Zahnpflege - unsere Erfahrungen

Zahnstein - ein Thema, welches gerade beim Mops besonderen Augenmerkes bedarf, denn hier bildet sich oft schon sehr früh der unerwünschte Zahnstein.

Um eine sinnvolle Zahnpflege zu ermöglichen, ist es absolut empfehlenswert, den Hund von klein an daran zu gewöhnen, daß man an den Zähnen „manipuliert“: Der Hund/Welpe sitzt idealerweise auf einem Tisch ( und gewöhnt sich so nebenbei auch gleich an das Procedere beim Tierarzt), man greift in den Fang, öffnet das Maul und schaut sich die Zähne an. Natürlich geübt in kleinen Schritten, denn so einfach, wie sich das hier liest, wird das nicht klappen. Viel Lob und viele Lekkerlis unterstützen diesen Prozess. 

Wenn der Hund sich problemlos das Maul öffnen und reinschauen lässt, fängt man an, mit den Fingern an den Zähnen entlangzufahren, zieht die Lefze am hinteren Rand ganz weit nach hinten, um auch die Molaren (Backenzähne) inspizieren zu können…

 

Und damit kommen wir gleich zu einem Verfahren, an welchem sich die Geister (in der Regel der Tierärzte) scheiden, wir aber bereits seit Jahrzehnten erfolgreich durchführen.

Kurze Erklärung vorab: Wir haben (ausgesprochen erfolgreich) ungefähr zwei Jahrzehnte lang im Verband des Deutschen Hundewesen (VDH) unsere Rasse Kromfohrländer ausgestellt.

Für einen Ausstellungshund unabdingbar sind dafür saubere und bestens gepflegte Zähne.

Weshalb man sich als Aussteller zwangsläufig ziemlich intensiv mit diesem Thema beschäftigt, denn der Erfolg hängt: auch an den Zähnen😉.

Was also tun, wenn sich - wie auch bei unseren Kromis, - bereits sehr früh Zahnstein

bildet?

Kauknochen, Zähneputzen, mit Peroxyd abreiben, Schlämmkreide verwenden - die Ratschläge waren zahlreich, aber im Ergebnis dann doch nicht so, wie wir uns saubere und gesunde Zähne bei unseren Hunden vorgestellt haben.

Der entscheidende Tipp kam dann von einer Züchterkollegin der Iren: das manuelle Entfernen des Zahnsteins mittels Zahnhaken!

Voraussetzung dafür sind brave Hunde, welche:

a) sich problemlos vom Besitzer behandeln lassen und

b) Hunde, die es gewohnt sind, daß im Maulbereich manipuliert wird, wobei hier „manipulieren“ im positiven Sinne gemeint ist.

Vom eigenen Zahnarzt sind Haken in ähnlicher Form durchaus bekannt, seltener wissen Hundebesitzer, daß man damit sehr einfach und erfolgreich die Zähne seiner Hunde ein ganzes Hundeleben lang von Zahnstein frei halten kann.

Einige Firmen bieten diese „Zahnhaken“ als zwei, beziehungsweise dreiteiliges Set an: einen spitzen Haken und für die Prämolaren und Molaren jeweils für die rechte Seite und die linke Seite einen „Spatel“.

In meiner Verwendungs-Praxis hat es sich im Laufe der Zeit erwiesen, daß der „Haken“ für alle Bereiche im Maul ausreicht und deshalb verwende ich nur noch den Haken, um den Zahnstein bei meinen Hunden zu entfernen.

Was macht der Tierarzt bei Zahnstein?

Wie bei Menschen auch, wird bei den Vierbeinern der Zahnstein mit Ultraschall entfernt.

Da die Hunde dieses Procedere nicht gewöhnt sind und man das bei sich zu Hause in der Regel auch nicht trainieren kann, wird der Hund zur Zahnsteinentfernung in Narkose gelegt.

Wer als Mensch eine Narkose erhalten hat, weiß, daß ein vorheriges Aufklärungsgespräch durchgeführt werden muß, in welchem der Patient über das vorhandene Narkoserisiko aufgeklärt wird. Dieses Narkoserisiko besteht selbstverständlich auch bei Hunden und es gilt sehr ernsthaft abzuwägen, ob man dieses Risiko zugunsten einer viel einfacheren Methode zwingend eingehen muss!

Gerade Möpse sind sehr undankbare Patienten bei Narkosen, wenn ich alleine an unser Rippchen denke, welche eine seinerzeit notwendige Narkose denkbar schlecht verkraftet hatte - wir hatten bei unseren Kromfohrländern schon einige Narkoseerfahrung sammeln können, aber noch nie hatten wir so schwere Nachwirkungen einer Narkose wie bei Rippe erlebt: Schreien, wimmern, jammern, kotzen, Durchfall und das quasi gleichzeitig und über mehr als eine Stunde…..

Was möchte ich mit der Zahnsteinentfernung bei meinem Hund erreichen?

Die Zähne sind wichtig - ganz klar: und deshalb wird auf ihre Gesunderhaltung größter Wert gelegt, bei Zwei, wie auch mittlerweile bei unseren Vierbeinern.

Wenn man also regelmässig zur Zahnsteinentfernung geht, dann erwartet man als Besitzer daß die Zähne des Hundes bis ins hohe Alter gesund sind und kein „Mundgeruch“ sich störend bemerkbar macht.

Nun beobachte ich „Tierarzt-gepflegte“ Zähne teilweise von Welpen an bis zum hohen Alter eines Hundes und im Gegensatz zum Gebiss unserer eigenen Hunde, welches bis ins hohe Alter gesund und vollzahnig ist, beobachte ich bei Hunden, welche Zahnstein regelmässig per Ultraschall entfernt bekommen, daß im mittleren Alter bereits die ersten Zähne locker sind und mit jeder jährlichen Zahnreinigung der eine oder andere, oder auch gleich mehrere - Zähne vom Tierarzt entfernt werden - das Gebiss mit steigendem Alter also über immer mehr lockere Zähne verfügt, welche im Laufe der weiteren Jahre und Behandlung dann gezogen werden.

Mit dem Ergebnis, daß ältere Hunde oft nur noch wenige gesunde Zähne im Maul haben, und damit eigentlich das Gegenteil von dem erreicht ist, was die eigentliche Zielsetzung war.

Es gibt zu dieser Beobachtung keinerlei wissenschaftliche Studien, zumindest habe ich selbst von keiner gehört oder gelesen. Wobei ich im Hinterkopf habe, daß von der Tierärzteschaft aus den finanziellen Erwägungen heraus auch keinerlei Interesse daran bestehen kann, daß Hundebesitzer bei den Zähnen zur einfachen und dazu sehr erfolgreichen Selbsthilfe greifen.

Dass die Zähne mit zunehmender Ultraschallbehandlung sich lockern, könnte sich sehr leicht damit erklären lassen, daß mit dem Ultraschallgerät so tief unter das Zahnfleisch „gearbeitet“ wird, daß sich Bakterien und Keime schneller verbreiten können.

Da der Hund in Narkose sich nicht „wehren“ kann, weil er keine Schmerzen spürt, kann ich mir ein - sicher ungewolltes - Aheben des Zahnfleisches gut als Auslöser für die fortschreitende Verschlechterung der Zähne vorstellen.

Für unsere Hunde ist ein „auf dem Tisch sitzen“ etwas vollkommen Normales, ebenso wie die Kontrolle des Gebisses. Wenn man bereits die Welpen daran gewöhnt, den Tisch und die Zahnkontrolle als Positiv abzuspeichern, sind die weiteren Schritte, um ein gesundes Gebiss ein ganzes Hundeleben lang zu erhalten sehr einfach:

Mit den Fingern trainiert man, daß man an den Zähnen mit dem Daumennagel entlangkamt, mal auch an den Zähnen zieht, das Zahnfleisch massiert - so daß es für unseren Hund etwas vollkommen normales ist, das Gebiss zu zeigen und dabei Ruhe zu bewahren. Lässt sich unser Hund dies alles gefallen, fängt man an, den ersten leichten Zahnstein abzukratzen - was ganz leicht geht!

Später übt man das Öffnen der Maulwinkel, um die Molare inspizieren zu können und gegebenenfalls dann auch dort den Zahnstein entfernen zu können.

Unsere Hunde wurden noch nie wegen einer Zahnsteinentfernung in Narkose gelegt, und so wird es auch in Zukunft bleiben - auch zur Sicherheit unserer Hunde und wir sie nicht verlieren wollen - nicht wegen einer überflüssigen Narkose!

(Eine Hündin aus unserer Zucht ist aus der Narkose nicht mehr aufgewacht - wir brauchen das nicht…)

Der von mir bevorzugte Zahnhaken
Der von mir bevorzugte Zahnhaken